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Postcard greeting from Leipzig litho conservatory crystal palace putto 1898 Bavaria 5 Pf For Sale


Postcard greeting from Leipzig litho conservatory crystal palace putto 1898 Bavaria 5 Pf
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Postcard greeting from Leipzig litho conservatory crystal palace putto 1898 Bavaria 5 Pf:
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Gruss aus Leipzig: Konservatorium, Konzertsaal und Krystallpalast, farbige Litho-Mehrbildkarte mit Geige spielendem Putto, datiert 1898

Diese farbige Lithografie-Ansichtskarte ist ein klassisches Beispiel der „Gruss aus“-Karten aus der Blütezeit um 1900. Sie zeigt gleich drei Leipziger Motive: das Königliche Konservatorium der Musik, seinen Konzertsaal mit Orgel und den Krystallpalast. In der Mitte steht ein Geige spielender Putto mit Schmetterlingsflügeln. Er hält das Banner „GRUSS aus LEIPZIG“. Rosen und Palmwedel rahmen die Szene.

Die Karte stammt aus dem Verlag Emil Bernh. Böhme, Leipzig. Gedruckt wurde sie von der Kunstanstalt Rosenblatt in Frankfurt am Main unter der Nummer 2197. Bildseitig trägt sie eine ausführliche Mitteilung in deutscher Kurrentschrift, datiert 2. Dezember 1898. Frankiert ist sie mit einer grünen 5-Pfennig-Wappenmarke des Königreichs Bayern, gestempelt in Nürnberg. So verbindet die Karte Leipziger Musikgeschichte, aufwendige Chromolithografie und die besondere Postgeschichte Bayerns auf einem Stück.

Das Besondere auf einen Blick

  • Farbige Chromolithografie in zarten Pastelltönen mit dunklen Konturen
  • Konservatorium als Neorenaissance-Bau in Rosa, Grau und Creme, davor Spaziergänger in der Mode des 19. Jahrhunderts
  • Schräg eingesetzte Innenansicht „Saal des Konservatorium“ mit Orgel, Holzemporen und Kronleuchtern
  • Runde Vignette „Krystallpalast.“ mit Kuppelbau, Gärten und Glashallen
  • Putto mit gestreiftem Gewand und Schmetterlingsflügeln, Geige spielend, mit Wappenschild
  • Banner „GRUSS aus“ und Schriftzug „LEIPZIG.“ in roter Zierschrift mit Schattierung
  • Rosen, Blätter und Palmwedel als dekorativer Rahmen
  • Verlagsangabe „Verl. Emil Bernh. Böhme, Leipzig.“ am linken Rand
  • Druckerangabe „Kunstanstalt Rosenblatt, Frankfurt a. M.“ am rechten Rand
  • Bildnummer 2197
  • Ausführliche Mitteilung in Kurrentschrift auf der Bildseite, datiert 2/XII. 98.
  • Absenderangabe „p. Adr. Frau Anna Link, Plauen i/V., Heinrichstr. No 12. II“, unterzeichnet M. Reinfeld
  • Ungeteilte Rückseite mit grünem Aufdruck „Deutsche Reichspost / Postkarte“
  • Freimarke Bayern, 5 Pfennig, grün, mit gekröntem bayerischem Wappen
  • Rundstempel „NUERNBERG 2“, datiert 13 NOV, 3–4 N
  • An Fräulein Eva Birkelbach, p. A. Herrn Herrmann, Marienplatz No. 11, III. Stock, Nürnberg
Das Motiv: Leipzig als Stadt der Musik

Die linke Bildhälfte gehört dem Konservatorium. Der repräsentative Bau zeigt die Formen der Neorenaissance. Auf dem breiten Gehweg davor flanieren Damen und Herren in zeitgenössischer Kleidung. Darunter sitzt, leicht schräg eingesetzt, der Blick in den Konzertsaal. Die Orgel beherrscht die Stirnwand, Holzemporen und Kronleuchter vermitteln festliche Pracht.

Rechts oben zeigt eine runde Vignette den Krystallpalast mit seinem markanten Kuppelbau, Gartenanlagen und gläsernen Hallen. Links rahmen rosa Rosen das Rund, rechts ein großer Palmwedel.

Zwischen den Ansichten steht der musizierende Putto. Er spielt Geige und trägt zugleich Wappenschild und Grußbanner. Damit greift die Karte das Thema des Konservatoriums auf: Leipzig als Musikstadt. Der freie Raum unten rechts war von Anfang an für die handschriftliche Mitteilung vorgesehen.

Die Mitteilung: „Seit Sonnabend weile ich in Leipzig“

Weil die Rückseite allein der Anschrift vorbehalten war, steht der Text auf der Bildseite. Er beginnt mit „Liebe Elsa!“. Der Schreiber berichtet, er bzw. sie weile seit Sonnabend in Leipzig. Zugleich dankt er für einen „lieben Brief“. Weitere Zeilen laufen am oberen Rand entlang. Am linken Rand steht ein „Freundlichen Gruß …“.

Den Abschluss bildet die Absenderangabe „p. Adr. Frau Anna Link, Plauen i/V., Heinrichstr. No 12. II“, gefolgt von „Ostern“ und der Unterschrift „M. Reinfeld“. Die Kombination aus Leipziger Aufenthalt und Plauener Postanschrift deutet auf einen längeren Aufenthalt fern der Heimat hin, etwa zu Studien- oder Ausbildungszwecken.

Historischer Hintergrund

Das Konservatorium der Musik zu Leipzig

  • Das Konservatorium wurde 1843 auf Initiative von Felix Mendelssohn Bartholdy gegründet. Es gilt als erste Musikhochschule Deutschlands.
  • Zu den frühen Lehrern zählte Robert Schumann. Schüler aus ganz Europa und Übersee kamen nach Leipzig, darunter Edvard Grieg.
  • 1887 bezog das Konservatorium einen repräsentativen Neubau im heutigen Musikviertel in der Grassistraße. Diesen Bau zeigt die Karte.
  • Der Konzertsaal mit seiner Orgel diente für Prüfungen, Konzerte und Aufführungen.
  • Heute trägt die Einrichtung den Namen Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“.

Der Krystallpalast

  • Der Krystallpalast entstand in den 1880er-Jahren als großer Vergnügungs- und Veranstaltungskomplex in Leipzig.
  • Unter einem Dach vereinte er Varieté, Zirkus, Konzerte, Bälle und Gastronomie. Er zählte zu den größten Unterhaltungsstätten Deutschlands.
  • Das markante Rundgebäude mit Kuppel war die Alberthalle, benannt nach König Albert von Sachsen. Sie bot Platz für mehrere Tausend Besucher.
  • Bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex zerstört. Die Karte zeigt damit einen verschwundenen Teil Leipzigs.

Leipzig im Jahr 1898

  • Leipzig war eine führende Messe-, Buch- und Musikstadt. Hier saßen bedeutende Verlage und Musikalienhändler.
  • Am 18. Oktober 1898, wenige Wochen vor dem Datum der Mitteilung, wurde der Grundstein des Völkerschlachtdenkmals gelegt.
  • Plauen im Vogtland, die Stadt der Absenderanschrift, erlebte zur selben Zeit dank der Plauener Spitze einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die „Gruss aus“-Karten

  • Ab den 1880er-Jahren verbreiteten sich farbige Ansichtskarten mit dem Schriftzug „Gruss aus …“.
  • Typisch waren mehrere Ansichten, Vignetten, Ornamente und allegorische Figuren auf einem Bild.
  • Gedruckt wurde meist in aufwendiger Chromolithografie mit vielen Farbsteinen. Frankfurt am Main war mit Kunstanstalten wie Rosenblatt ein wichtiger Standort dieser Technik.
  • Ihre Blütezeit lag zwischen 1895 und 1905. Heute gelten sie als Klassiker der Ansichtskartengeschichte.

Die ungeteilte Rückseite

  • Bis 1905 war die Rückseite deutscher Postkarten allein der Anschrift vorbehalten.
  • Mitteilungen schrieb man deshalb auf die Bildseite. Viele Lithokarten sahen dafür eigens eine freie Fläche vor, wie auf dieser Karte.
  • Erst danach setzte sich die geteilte Rückseite mit Mitteilungsfeld durch.

Die bayerischen Marken

  • Bayern behielt nach der Reichsgründung 1871 als Reservatrecht seine eigene Postverwaltung. Erst 1920 ging sie in der Reichspost auf.
  • Bayerische Marken galten nur für Sendungen, die im bayerischen Postgebiet aufgegeben wurden. Umgekehrt waren Reichspostmarken in Bayern ungültig.
  • Die Wappenmarken mit dem gekrönten bayerischen Wappen prägten die Freimarken über Jahrzehnte.
  • 5 Pfennig entsprachen dem damaligen Porto für eine Postkarte im Inland.
Zur Plausibilität der Angaben
  • Datum: Die Mitteilung ist mit 2. Dezember 1898 datiert. Der Nürnberger Stempel nennt jedoch den 13. November, das Jahr ist nicht lesbar. Ein Versand vor der Niederschrift ist nicht möglich. Denkbar sind ein späteres Versandjahr, eine abweichende Lesung des Datums oder ein anderer Ablauf. Eine sichere Klärung nehmen wir nicht vor.
  • Aufgabeort: Bayerische Marken galten nicht in Sachsen. Die Karte wurde daher vermutlich in Bayern aufgegeben, möglicherweise in Nürnberg selbst. Ein Versand direkt aus Leipzig ist mit dieser Frankatur unwahrscheinlich.
  • Stempel: Der Stempel über der Marke ist stark verblasst. Ob der Stempel „Nuernberg 2“ Aufgabe- oder Ankunftsstempel ist, bleibt offen. Ein zusätzlicher leerer Stempelring ist nicht zu deuten.
  • Empfängerin: Die Anrede lautet „Liebe Elsa!“, die Anschrift nennt „Eva Birkelbach“. Ob eine abweichende Lesung der Kurrentschrift vorliegt oder ob es sich um zwei Personen handelt, bleibt offen.
  • Absender: Die Lesung „M. Reinfeld“ und der Zusatz „Ostern“ sind nicht gesichert. Denkbar ist etwa der Hinweis, die Plauener Anschrift gelte „bis Ostern“.
  • Rückseitendruck: Der Aufdruck „Deutsche Reichspost“ auf einer bayerisch frankierten Karte ist bei privat gedruckten Ansichtskarten nicht ungewöhnlich.
  • Handschrift: Die Lesung der Kurrentschrift ist nicht in allen Teilen gesichert.

Alle Angaben zu Datierung, Stempeln und Handschrift erfolgen daher ohne Gewähr.

Zustand
  • Gelaufen, Marke mit Rundstempel entwertet
  • Stempel über der Marke stark verblasst, Stempel „Nuernberg 2“ gut lesbar
  • Bildseite mit harmonischen Pastellfarben, Text am oberen Rand verblasst
  • Karton altersgemäß getönt, leichte Flecken
  • Kanten mit leichten Gebrauchsspuren
  • Rückseitig Bleistiftvermerke
  • Bitte beachten Sie die Fotos.
Sammlertipp

Die Karte vereint drei Leipziger Motive in aufwendiger Chromolithografie, einen charmanten Musik-Putto und einen bayerisch frankierten Postbeleg mit offenen Fragen für Kenner. Damit spricht sie gleich mehrere Sammelgebiete an. Sie eignet sich ideal für Sammler von „Gruss aus“- und Lithokarten, Heimatkarten aus Leipzig und Sachsen, Musik- und Konservatoriumsmotiven sowie Bayern-Philatelie und Vorläuferkarten. Auch Heimatforscher aus Nürnberg und Plauen sowie Familienforscher mit Bezug zu den Namen Birkelbach, Reinfeld oder Link finden hier ein reizvolles Dokument.

Sichern Sie sich dieses farbenprächtige Stück Leipziger Musikgeschichte aus der Zeit um 1898.



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